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keynesianismus

Das einfache keynesianische Modell:

1. Der Kapitalmarkt im Modell:

Im Modell von Keynes werden auf dem Kapitalmarkt  Investitionen und Sparen zum Ausgleich gebracht. Wie bei den Klassikern sind bei Keynes die Investitionen negativ vom Zins abhängig, d.h. wenn der Zins sinkt steigt das Investitionsvolumen.

I = I(i)

Das Sparen hängt dagegen positiv vom realen Volkseinkommen ab, d.h. mit steigendem Einkommen wird auch mehr gespart.Wobei aber nur ein Teil des Einkommens gespart wird, die marginale Sparquote ist daher kleiner 1.

S =S (Y) ; mit S=sY (s (marginale Sparquote) <1)

Anpassungsprozesse bei einem Ungleichgewicht:

Sind  z.B. die Ersparnisse größer als das Investitionsvolumen geht die Produktion zurück (der Zins ist vom Geldmarkt her gegeben und ändert sich hier nicht!). Mit abnehmender Produktion geht über den Multiplikatorprozeß die Beschäftigung und damit das Volkseinkommen und die Ersparnis so lange zurück bis wieder S = I gilt.

Die Güterproduktion bringt bei Keynes Ersparnis und Investionen zum Ausgleich!

2. Der Geldmarkt im Modell:

Auf dem Geldmarkt wird Geldangebot und Geldnachfrage zum Ausgleich gebracht. Bei Keynes ist das Geldangebot autonom vorgegeben (z.B. von der Zentralbank).

M = Ma

Die Geldnachfrage bestimmt sich nach der keyneschen Liquiditätspräferenz. Die Wirtschaftssubjekte halten Geld demnach zu Transaktionszwecken und zu Spekulationszwecken (auf die Vorsichtskasse wird hier verzichtet). Die Transaktionskasse hängt positiv vom Einkommen ab, d.h. mit steigendem Einkommen nimmt auch die Geldnachfrage zu Transaktionszwecken zu. Die Spekulationskasse demhingegen ist Zinsabhängig. Sinkt der Marktzins steigen die Kurse der festverzinslicher Wertpapiere (auf eine genaue Erklärung soll hier verzichtet werden). Mit zunehmendem Sinken des Zinsniveaus rechnen immer mehr Wirtschaftssubjekte mit Kursverlusten, die auch nicht, bedingt durch den niedrigen Zins, durch Zinsgewinne kompensiert werden können. Also wird die Präferenz für Kasse mit sinkenden Zins zunehmen.

L = L (Y,i)

 Im Gleichgewicht gilt nun Geldangebot gleich Geldnachfrage.

Anpassungsprozesse bei einem Ungleichgewicht:

Übersteigt z.B. die Geldnachfrage das Geldangebot, herrscht zugleich ein Überschußangebot auf dem Wertpapiermarkt. Die Wirtschaftssubjekte wollen mehr Kasse halten und versuchen dies über den Verkauf von Wertpapieren zu erreichen Mit dem Überschußangebot sinkt der Preis (Kurs) der Wertpapiere und der Marktzins steigt genau solange, bis sich Geldangebot und Geldnachfrage wieder angeglichen haben.

Hier erfolgt die Anassung von Geldnachfrage und Geldangebot über den Zins.

3. Produktionsfunktion und Arbeitsmarkt:

Die Produktionsfunktion beschreibt den Zusammenhang zwischen realem Sozialprodukt und Beschäftigung. Mit zunehmender Produktion nimmt das Grenzprodukt der Arbeit ab.

Die Arbeitsnachfrage wird solange ausgedehnt bis die Grenzproduktivität der Arbeit gleich dem Reallohnsatz ist, d.h. bis die letzte produzierte Einheit genauso viel Ertrag bringt wie sie an Kosten verursacht hat.

Das Arbeitsangebot richtet sich nach dem Reallohn, wobei sich die Arbeitnehmer nach Keynes einer Senkung des Nominallohnsatzes (z.b. bei Tarifverhandlungen) wiedersetzen werden, aber das Angebot bei einer preisinduzierten Reallohnsenkung nicht verringern werden.

4. Reaktionen bei Störungen des Gleichgewichts:

Im Ausgangspunkt befindet sich die Wirtschaft im Gleichgewicht bei Vollbeschäftigung, d.h. alle Märkte sind im Gleichgewicht. Kommt es nun zu einer Störung, z.B. zu einem Rückgang des Investitionsvolumens aufgrund schlechterer Ertragserwartungen treten bei Keynes folgende Anpassungen auf:

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage geht zurück und damit auch die Produktion sowie in der Beschäftigung (Arbeitslosigkeit entsteht). Mit der enstandenen Arbeitslosigkeit sinkt das den Wirtschaftssubjekten zur Verfügung stehende Realeinkommen und damit auch die Geldnachfrage zu Transaktionszwecken. Die dadurch induzierte Zinssenkung wirkt als dämpfender feed-back-Effekt, da durch niedrigere Zinsen neue Investitionen stimuliert werden.

Darüber hinaus sinkt durch den Rückgang der Produktion auch das Preisniveau. Die reale Geldmenge steigt was einen weiteren Druck auf das Zinsniveau ausübt. Insgesamt können aber die beschriebenen feed-back-Effekte aber nicht wieder zur Vollbeschäftigung führen, da das niedrigere Preisniveau (bei konstantem nominalen Lohnsatz) einen höheren Reallohnsatz bedeutet und somit eine niedrigere Produktion und Beschäftigung.

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