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Als Neoliberalismus bezeichnet man zusammenfassend verschiedene sozialphilosophische und wirtschaftspolitische Konzepte. Verschiedene Gruppen verstehen unter dem Begriff Neoliberalismus zum Teil unterschiedliche Sachverhalte. Das ist u.a. auch die Ursache dafür, dass der Begriff sehr kontrovers diskutiert wird - sowohl von den Grundlagen her als auch von den Ergebnissen.
Der Begriff Neoliberalismus wurde von den Ökonomen Friedrich Hayek, Wilhelm Röpke, Walter Eucken und anderen auf einer Konferenz in Paris im Jahre 1938 im Zuge der Entwicklung eines Konzepts für eine langfristige Wirtschaftspolitik geprägt, welche sich als Mittelweg zwischen reinem Kapitalismus und Sozialismus verstand. Demnach sind Eingriffe in die Wirtschaft nur dann gerechtfertigt und notwendig, wenn sie beispielsweise Marktverzerrungen durch Monopole oder Kartelle verhindern.
Der Begriff Neoliberalismus entstand somit als eine Selbstbezeichnung einer Gruppe von Liberalen in der Mitte des 20sten Jahrhunderts. Heute wird der Begriff in der öffentlichen Diskussion insbesondere von Globalisierungskritikern und Gewerkschaften häufig als Synonym für die in den angelsächsischen Ländern meist Monetarismus genannte Politik verwendet. Die Befürworter sprechen in der Regel von liberaler Wirtschaftspolitik.
Anders als in der öffentlichen Diskussion oft unterstellt, gilt ein regulierendes Eingreifen des Staates in bestimmten Fällen als notwendig. Damit grenzt sich der Neoliberalismus vom klassischen Liberalismus mit seinem Laissez-faire ab und bezieht sich auch auf die neoklassischen Theorie.
Die unterschiedliche Haltung zum Neoliberalismus besteht weniger in der ganz grob allgemeinen Sicht, was Neoliberalismus ist, sondern darin, wann in welcher Höhe und in welcher Art die Eingriffe des Staates erfolgen sollte bzw. müsste und welche Ergebnisse die Zurückhaltung bzw. das Eingreifen des Staates hat.
Ohne genau zu definieren, was gemeint ist, sind pauschale Aussagen kaum möglich. Z.B. steht Manchesterliberalismus heute allgemein für Kinderarbeit usw. im Blickpunkt, dass die Manchesterliberalen jedem Kind einen staatlich garantierten Schulbesuch ermöglichen wollten, ist weniger bekannt.
Wegen der unterschiedlichen Konzepte sind verschiedene Schulen des Neoliberalismus zu unterscheiden:
- Die Vertreter des Neoliberalismus gruppierten sich in Deutschland um die Freiburger Schule. Zu ihr zählen u.a. Walter Eucken, Franz Böhm, Hans Grossmann-Doerth und Leonhard Miksch. Dieser Schule eng verbunden sind Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow und Alfred Müller-Armack, der den Begriff Soziale
Marktwirtschaft prägte. (siehe auch Ordoliberalismus)
- die Österreichische Schule mit Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek
- in England die London School of Economics mit Edwin Cannan
- in den USA die Chicagoer Schule mit Frank Knight und Milton Friedman
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