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Moderner Feudalismus (Meudalismus) in Deutschland

Eine Studie von Dr. Harald Wozniewski

Paul Krugman, einer der renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler der Welt, lehrt an der Universität Princeton, war Berater von Expräsident Bill Clinton, (in: Die Zeit, Wirtschaft 46/2002 www.zeit.de/archiv/2002/46/200246_krugmann.neu.xml) über die USA:

"Nur wenigen Leuten ist bewusst, wie sehr sich in diesem Land die Kluft zwischen den sehr Reichen und dem Rest innerhalb relativ kurzer Zeit verbreitert hat. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, setzt sich unweigerlich dem Verdacht aus, "Klassenkampf" oder eine "Politik des Neides" zu betreiben. Und nur wenige Leute sind tatsächlich willens, über die weitgehenden Auswirkungen dieser sich immer weiter öffnenden Schere zu sprechen - über die ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen.

Doch was in den USA heute geschieht, kann nur verstehen, wer das Ausmaß, die Ursachen und Konsequenzen der zunehmenden Ungleichheit in den letzten drei Jahrzehnten begreift. Wer begreifen will, wieso es in Amerika trotz allen ökonomischen Erfolgs mehr Armut gibt als in jeder anderen großen Industrienation, der muss sich die Einkommenskonzentration an der Spitze ansehen."

Reinhard Mohn, früherer Chef des Bertelsmann-Konzerns, heute Vorsitzender des Präsidiums der Bertelsmann Stiftung und einer der reichsten Männer Deutschlands, in einem Interview des STERN (in: "Ein Segen, daß uns das Geld ausgeht", 1998, S. 16) auf die Frage:

Sie selbst haben die Sozialpflichtigkeit des Eigentums betont und schon sehr frühzeitig Ihre Mitarbeiter am Unternehmen und dessen Ertrag beteiligt. Wären wir heute weiter, wenn mehr Unternehmen das gemacht hätten?

"Volkswirtschaftlich gesehen wäre es sicher viel leichter, auch mal auf Lohnerhöhungen zu verzichten oder sie zu reduzieren, wenn die Mitarbeiter flächendeckend am Produktivkapital beteiligt wären. Dann hätten sie neben dem Lohn und später neben der Rente noch eine andere Einkommensquelle. Wir stünden bei den Arbeits- und Sozialkosten besser da und wären konkurrenzfähiger auf der Welt."

Und wollen Sie wissen, wer das hier gleich zu Beginn seines großen Werkes geschrieben hat? Es sind wenig bekannte Worte eines umso berühmteren Politikers:

Ludwig Erhard, Wohlstand für alle, Düsseldorf 1957, Seite 7. Soweit er dann aber sogleich meint, "das erfolgversprechendste Mittel zur Erreichung und Sicherung jeden Wohlstands ist der Wettbewerb", hat er sich geirrt. Die Geschichte widerlegt diese These ebenso, wie sie die Prophezeiung von Karl Marx widerlegte.

Unsere deutsche Wirtschaft ist nicht gerade gesund. Niemand würde das angesichts der vielen Arbeitslosen, der Schwierigkeiten bei den Renten- und Krankenkassen und angesichts der stets wachsenden Staatsverschuldung ernsthaft bestreiten. Neuerdings ist sogar von Rezession die Rede, obwohl noch Anfang 2000 Optimismus und Euphorie den Zeitgeist bestimmten. Doch die "Ärzte" streiten endlos, um welche "Krankheit" es sich handelt und - noch mehr - wie sie zu behandeln ist. Das, was derzeit von der Politik als Lösungen angeboten wird, ist allerdings bestenfalls symptomatische Behandlung (Umverteilung mittels Steuererhebung, Subventionen, Kindergeld usw.), aber keine Heilung. Hat unsere Wirtschaftsverfassung, also das rechtliche Rahmengebäude unserer Wirtschaft, einen Fehler?



 
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