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Moderner Feudalismus (Meudalismus) in Deutschland

Gefahren der Vermögensbegrenzung?

Es ist zur Zeit populär, vor Kapitalabwanderung oder vor der Auswanderung der Reichen zu warnen. Aber das ist Unsinn. Mit diesem "Gespenst" wird leichtfertig das Volk erschreckt. Tatsächlich ergibt sich volkswirtschaftlich überhaupt kein Nachteil, wenn jemand gesetzlich gezwungen oder veranlasst wäre, alles (gewinnbringende) Inlandsvermögen zu veräußern, was beispielsweise über 50 Mio. Euro Wert hinaus geht. Er verkauft inländische (vermietete) Grundstücke oder Aktien von inländischen Aktiengesellschaften und erhält dafür Geld. Wenn er Schmuck oder Gold in Deutschland kauft, ist das in Ordnung. Wenn er will, kauft er sich für das Geld etwas im Ausland. Das Kapital (Grundstücke, Aktien) bleibt deswegen dennoch im Inland, und zwar bei Käufern, die bislang noch nicht ihre 50 Mio. voll haben. (Es ist mir nicht egal, was im Ausland geschieht, ganz und gar nicht. Bei meinem Beitrag geht es mir aber um wirtschaftsrechtliche Verbesserungen in Deutschland. Man könnte das Thema auf die gesamte Welt ausweiten. Aber ich möchte als Deutscher nicht über das Ausland bestimmen oder "besser"wissen wollen, was dort am Besten ist. Vielleicht wäre es für andere Länder der Welt auch gar nicht schlecht, wenn unsere Superreichen veranlasst wären, dort zu investieren.)

So viel ist sicher: Wer hier in Deutschland "zu viel" besitzt und gezwungen wäre, sich "ärmer" zu machen, der würde wohl öfter Mal seine Verwandten und Freunde "bedenken". Er würde aber noch mehr ins Ausland verlegen. Wäre das etwa schlecht? Im ersten Moment würde man das bejahen. Wir kennen etwas Ähnliches von den "Zeiten der Quellensteuer" her. Aber ist das wirklich eine Gefahr? Wenn jemand das Zuviel seines Vermögens ins Ausland verlegen wollte, müsste er hier in Deutschland Vermögen verkaufen. Denn das Vermögen, um das es hier geht, ist mit Grund und Boden verbunden. Es kämen also verstärkt inländische Miethäuser, Aktien und dergleichen auf den Markt, eventuell sogar zu geringeren Preisen. Auch bloße Forderungen (z. B. Anleihen) könnte man als inländisch definieren, wenn der Schuldner seinen Sitz in Deutschland hat. Jedenfalls könnten diejenigen nicht mehr zugreifen, bei denen "das Maß voll" ist. Die Verkäufer bekämen Geld (was, wie gesagt, aus der Druckerpresse kommt!) und würden sich im Ausland einkaufen. Das (mit Grund und Boden verbundene) Kapital aber bliebe hier in Deutschland.

Die Befürchtung, dass die Reichen nicht mehr "arbeiten", wenn man ihr inländisches Vermögen begrenzt, ist unbegründet. Wie man der Statistik entnehmen kann, erzielen die Reichen den wesentlichen Teil ihres Einkommen nicht aus Arbeit, sondern aus ihrem (gewinnbringenden) Vermögen. Die wirklich "wertvolle" Arbeit machen zudem oft irgendwelche Vorstände oder Geschäftsführer, natürlich auch alle anderen Arbeitnehmer, aber nicht unbedingt die Reichen selbst.

Ob beispielsweise Bill Gates bei 50 Mio. Euro einen "Deckel oben drauf" bekommen hätte oder nicht, wäre der Firma Microsoft Corp. völlig egal. Und ob die Aktien eines Unternehmens sich in wenigen privaten Händen oder in vielen befinden, macht für das Unternehmen keinen wesentlichen Unterschied.

Eine kleine Ergänzung:

Man sollte sich frei machen davon, in volkswirtschaftlichen Diskussionen immer das Geld (die Finanzen und die Kosten) zu betrachten. Geld (Bargeld und Giralgeld) ist für sich genommen völlig unwichtig. Es kommt aus der Druckerpresse bzw. aus dem Kreditgeschäft vor allem der Zentralbanken und der Kreditinstitute und muss dann zirkulieren - überall, damit es allen (einigermaßen) gut geht.

Volkswirtschaftlich entscheidend sind die Güter (Vermögenswerte, Dienstleistungen usw., die man mit Geld bezahlen kann). Betrachten Sie die Güter: Fragen Sie, wer sie hat und wer davon wie viel und wie schnell dazu erwirbt.

Fragen Sie dagegen nicht, ob in Deutschland oder im Ausland produziert wird und wo damit "Arbeitsplätze" geschaffen werden! Fragen Sie vielmehr, wer die Produkte erhält!



 
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